Die Welt des Parfüms

Ein verhängnisvoller Geruchssinn

Der deutsche Schriftsteller und Drehbuchautor Patrick Süßkind bereicherte im Jahre 1985 die Bücherwelt um das Meisterwerk "Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders". Der Fokus liegt natürlich ganz klar auf den Mörder, doch ebenso auf sein sehr spezielles Motiv: die Kreation eines perfekten und absolut einzigartigen Parfums. Wieso, fragen sie sich? Weil unser Duftjäger Jean-Baptiste Grenouille ohne Eigengeruch zur Welt gekommen ist, was ihm seiner Meinung nach die ihm zuteil gewordene Grausamkeit sowie die Unsichtbarkeit seiner Person gegenüber den Mitmenschen eingehandelt hat. Dabei ist Liebe alles was er will.

Eine Zutat wider Willen

Grenouille wurde 1738 in stinkendem Dreck inmitten eines Pariser Fischmarktes geboren und dollte eigentlich auf dem Müll landen. Doch anstatt zu sterben, entschloss sich der Junge zu leben. Denn sein außergewöhnlich stark ausgeprägter Geruchssinn ließ ihn eine Welt erschnuppern, die aus so vielen wunderbaren Düften bestand und mehr war als der Gestank der unhygienischen Stadt. Im jungen Mannesalter erlernte er die Kunst der Parfumherstellung und der Drang das perfekte Parfum zu erschaffen, nahm überhand. Zum Leidwesen der vor allem weiblichen Bevölkerung, fand er heraus, dass dieser die Sinne betörende Duft nur aus dem Eigengeruch der schönsten Mädchen gezaubert werden kann. Also machte er sich auf die Suche nach den exquisitesten Exemplaren und extrahierte deren besondere Duftnote - mit tödlichen Nebenwirkungen.

Nach dem Rausch

Bereits ein Tropfen dieses unvergleichlichen Parfums verursacht einen Rausch der Liebe und Lust, wie es wohl nur in Filmen beziehungsweise Horrormärchen der Fall sein kann. Was aber passiert, wenn die alle Sinne vernebelnde Wirkung nachlässt? Tja, dann gibt es entweder Nachschub oder man muss zurück in den tristen Alltag. Doch Letzteres ist immer noch besser als das Schicksal unseres tragischen Anti-Helden.